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Fraktionsseite_Amtsblatt_4.8.23

Die Freien Wähler unterstützen die vorliegenden Planungen für die künftige Nutzung des Geländes des alten Feuerwehrhauses in der Friedrichstraße. Im Rückblick muss man sagen, dass der architektonische Wettbewerb von 2019 zu früh und zu sehr an der Form, als an den Inhalten gearbeitet hat. Auf dem weiteren Weg fühlten wir uns von der Verwaltung nicht immer mitgenommen. Umso mehr freut es uns, dass mit dem jetzt vorliegenden inhaltlichen Konzept das respektvolle Gedenken, Begegnung, Erinnerung, Austausch und Bildung ermöglicht werden kann. Wir wünschen an einem lebendigen Ort mehr Denken als Gedenken.

Eine zeitgemäße Stadtbibliothek wird einen neuen kulturellen Kristallisationspunkt in der Stadt schaffen. Zusammen mit der VHS kann eine gemeinsame Plattform auch für die anderen inhaltlichen Ideen des neuen Areals entstehen.

Wir werden darauf achten, dass die Wünsche nicht ins Uferlose wachsen. Die pauschale Verdoppelung der Flächen für die Bibliothek sehen wir kritisch. Das Raumprogramm muss weiter entwickelt werden, weg von einzelnen, direkt zugeordneten Bereichen, hin zu mehr Gemeinschaft mit Synergien. Das spart dauerhaft Geld und ist einem Zusammenwachsen zuträglich.

Durch den Kauf  des Nachbargrundstückes wird es dem Landkreis ermöglicht, einen Erweiterungsbau für die Handelslehranstalt zu erstellen. Wir erwarten, dass die darin vorgesehene Aula als Begegnungsstätte für größere Veranstaltungen, im Sinne der Gesamtkonzeption, nutzbar sein wird.

Ob das alte Feuerwehrhaus erhalten, oder durch einen Neubau ersetzt wird, ist nicht nur eine finanzielle Frage, sondern auch, wie wir den historischen Wert, auch in Verbindung mit den Grundmauern der Synagoge, bewerten. Die Fraktion der Freien Wähler tendiert zu einem Erhalt, wenn dies wirtschaftlich darstellbar ist.

Letztendlich muss die Finanzierung für das Gesamtprojekt auf tragfähige Beine gestellt werden. Und damit meinen wir nicht nur die Erstellung der Kubaturen. Auch die Folgekosten werden immens sein und sollten von allen, deren Wünsche und Ideen bei diesem Projekt verwirklicht werden, in irgendeiner Art und Weise mitgetragen werden. Hier erwarten wir in der Folge eine Konkretisierung und verbindliche Zusagen.

Mit dem Neubau einer Bibliothek und einer multifunktionalen Einrichtung, welche die Stadt mit mehr als 10 Millionen belasten wird, befinden wir uns im Bereich der Freiwilligkeitsleistungen. Schulen und Kinderbetreuung haben aktuell Vorrang. Erste große Realisierungsschritte sehen wir ab 2026.

Bruchsal, 25.7.23 – Roland Foos
Freie Wähler – Fraktionsvorsitzender